L e c k s u c h e  b e i  d e r  W a t h o s e  



Wathosen sind nach eigener Erfahrung das unzuverlässigste Equipment bei der Fliegenfischerei.

Selbst wenn man der Wathose keinelei Stürze, Kontakte mit Felsen oder Stacheldrahtzäunen zumutet, wird sie irgendwann undicht. Meist früher als später - aber irgendwann ganz sicher. Wathosen haben mich in den letzten Jahrzehnten ein kleines Vermögen gekostet und mein Vertrauen in diese Produkte ist gleich Null.

Irgendwann spürt man beim Waten eine punktuelle Kälte im Hosenbein, die sich zu einer Feuchte auswächst. Dann füllt sich die Neoprensocke mit Wasser. Oftmals ist es auch die Neoprensocke selbst, die plötzlich undicht wird.

Eine Leckage ist zweifelsfrei durch die feuchte Wäsche in der Wathose zu erkennen. Aber der exakte Ort der Leckage eher nicht. Es sei denn, man ist gestürzt und die Wathose ist äußerlich sichtbar beschädigt. 

Was tun, wenn die Wathose leckt aber die Undichtigkeit nicht genau zu lokalisieren ist?

Man kann die verdächtigen Bereiche (meist Nähte) prophylaktisch abdichten. Häufig liegt man mit seinem Verdacht daneben und die Abdichtung mit Storm-/oder Aquasure ist in der Regel eine ziemliche Ferkelei. Die sanierten Bereiche sind anschließend steife und unflexible (das ist besonders ärgerlich bei den Neoprensocken) häßliche Flecken.

Man könnte auch die Wathose mit Wasser füllen und gucken, wo es auf der Außenseite raus läuft. Dazu bräuchte man einen Gartenschlauch (den es in einem dänischen Ferienhaus nicht unbedingt gibt - die Dusche tut es auch). Die Hose wird durch die Wasserfüllung ziemlich strapaziert und hinterher hat man eine völlig durchnässte Wathose. Dieses Verfahren ist aufwändig und ziemlich blöd wenn man in Kürze wieder angeln will (und das will man, wenn man eine Woche in Dänemark ist).

Möglich wäre auch eine Leckagesuche mit Luft. Dazu muss man die Wathose im Brustbereich dicht bekommen und sie dann aufpumpen. Die austretende Luft könnte man durch Luftblasen sichtbar machen, indem man die Wathose von außen mit Wasser befeuchtet. Aber wie kriegt man die Wathose oben abgedichtet und anschließend aufgepumpt. Damit habe ich mich beschäftigt.   


Equipment 

Für die Lecksuche mittels Luft braucht man folgende Ausrüstung:

- Schubkarrenfelge mit Schlauch (der Reifen/Mantel kann weg)
- einfacher Luftkompressor (~ 50 €) mit Ausblaspistole und                
  Adapter für Schlauchboote/Luftmatratzen
- Sprühflasche mit Wasser
- Kleiderbügel
- Deckenhaken
 


Schritt 1

Der Schlauchs wird auf der Felge aufgepumpt.

Anschließend wird das Rad (Schlauch und Felge) in der Wathose auf Brusthöhe ausgerichtet.

Danach wird das Rad so weit aufgepumpt bis es stramm in der Hose sitzt. Dabei darf die Hose (insbesondere die Nähte) nicht überlastet werden.



Schritt 2

Die Wathose mit dem ausgerichteten Rad wird mit einem Kleiderbügel an der Decke aufgehängt.

Dann wird die Ausblaspistole mit dem aufgesetzten  Schlauchbootadapter an den Kompressor angeschlossen.

Dieser Adapter wird auf das Achsrohr der Felge gesteckt (ggf. ist eine Anpassung des Adapters erforderlich).

Die Wathose wird dann durch den Kompressor aufgepumpt. Dabei darf die Hose (insbesondere die Nähte) nicht überlastet werden.


Schritt 3

Der Kompressor wird abgeschaltet (die Ausblaspistole hält den Druck) und die verdächtigen Bereiche der Wathose werden mit Wasser besprüht.

Wenn der Luftdruck in der Hose ausreichend ist, tritt die Luft an der undichten Stelle der Hose in Form von gut sichtbaren Luftbläschen aus.

Nun kann man die Hose zielgerichtet reparieren. 





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